Wie alles begann

Aufzeichnungen belegen, dass bereits im Jahre 1854, Wasser in Holzrohren ins Dorf geleitet wurde. Da aber immer mehr Wasser benötigt wurde und die Holzrohre nicht mehr ausreichten, wurde um die Jahrhundertwende eine Interessensgemeinschaft mit dem Namen „Brunnenverein“ gegründet, welche sich fortan um die Wasserversorgung kümmerte.

Daraus entstand dann im Jahre 1938 die Trinkwasser-Genossenschaft Kastelruth. Der Verwaltungsrat der Genossenschaft wird alle 3 Jahre von den Mitgliedern neu gewählt. Er setzt sich aus dem Obmann, dem Obmann Stellvertreter, dem Leitungswart und weiteren 4 Verwaltungsratsmitgliedern zusammen.

Wasserversorgung heute

Die Aufgabe des Verwaltungsrates ist es, die Bevölkerung von Kastelruth mit Trink- und Löschwasser zu versorgen und darauf zu achten, dass die Anlagen, dazu zählen mehr als 40 km Leitungen, ca. 250 Verteilerschächte, ca. 100 Hydranten und mehrere Brunnen, ständig kontrolliert und gewartet werden.

Mit diesem Leitungsnetz werden das Dorf Kastelruth, Telfen, St. Michael bis zum Hotel Albion und Tisens bis zum Gasthof Lieg und bis zur Autobahnraststätte Eisack Ost mit Trinkwasser versorgt.

Quellen

Das Wasser dazu liefern 9 Quellen im Puflatsch- und Marinzengebiet, der Horizontalbrunnen in Tiosels und 3 Quellen im Schlernbodengebiet, welche gemeinsam mit der Trinkwassergenossenschaft von Seis betrieben werden.

Das Wasser wird von den Quellen in Sammelbecken und von dort  zu 4 Hochbehälter bzw. Reservoire geleitet, die ein Fassungsvermögen von  200 bis 1.000 m³ haben.

Wasserbedarf

Aufgrund des großen Wasserbedarfs während der Sommer-  und Wintersaison ist es wichtig darauf zu achten, dass in den Becken immer ausreichend Wasser vorhanden ist. Aufgrund der geringeren Niederschläge, der spürbaren Klimaerwärmung und des ständig steigenden Verbrauchs der  Abnehmer wird die Wasserversorgung immer schwieriger, sodass die Genossenschaft laufend nach neuen Trinkwasservorkommen Ausschau halten muss. Die Genossenschaft liefert derzeit Wasser für ca. 2.800 Einwohner, mehreren Hotels mit rund 2.600 Gästebetten und Bauernhöfe mit ca. 800 Stück Vieh. Der Wasserbedarf beträgt ca. 2.000 qm pro Tag, das entspricht einer Quellschüttung von ca. 22 Liter die Sekunde.

Kontrollen

Wasser muss farblos, geruchslos und geschmacksneutral sein. Die Qualität des Trinkwassers wird laufend überprüft. Die Kontrollen werden vom  Hygieneinstitut des Südtiroler Sanitätsbetriebes vorgenommen. Zudem werden laufend Proben durch ein beauftragtes Labor entnommen. Sollte das Trinkwasser durch heftige Gewitter oder sonstige Einflüsse eine Verunreinigung aufweisen, sind sofort verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, wie etwa die Beimischung von Chlor, oder das Ausleiten der verunreinigten Quelle.

Im Versorgungsgebiet der Genossenschaft werden von den Abnehmern jährlich   ca. 300.000 m³ Trinkwasser verbraucht. Dazu kommen noch die öffentlichen Brunnen und Grünanlagen. Viel Wasser benötigen die Hotels mit den Wellnessanlagen, für welche ein regelmäßiger Wasseraustausch notwendig ist.

Gesetzgebung

Seit einigen Jahren wird die Trinkwasserversorgung mit einem Dekret des Landeshauptmannes geregelt, in welchem die Art der Verrechnung festgeschrieben ist. So wird in Zukunft der Preis des Wassers nach dem Verbraucherprinzip berechnet. Wer also mehr Wasser verbraucht, muss auch einen höheren Preis dafür zahlen.

Die Höhe des Trinkwasserpreises wird jährlich vom Gemeindeausschuss festgelegt. 90 % der jährlichen Spesen für die Wasserversorgung müssen über den Wasserzinspreis abgedeckt werden.

Derzeit kommen folgende Preise und Kategorien  zur Anwendung:

  • Kategorie Haushalte;
  • verbrauchsabhängiger Einheitstarif von 0,93 €/m³
  • Kategorie Nichthaushalte (Geschäfte, Hotels, Pensionen);
  • 0 – 200 qm 0,93 €/m³
  • 201 – 5.000 qm 1,21 €/m³
  • > 5.001 qm 1,23 €/m³

Gemäß des Beschlusses der Landesregierung Nr. 1020/2021 werden die obengenannten Tarife um eine Zusatzgebühr von 0,10 €/m³ erhöht.

Um unsere Gemeinde mit ausreichend Trinkwasser zu versorgen steckt eine Menge Technik und Arbeit dahinter. Dies würde uns jedoch erst bewusst werden, wenn wir den Wasserhahn aufdrehen und kein Wasser fließen würde. Deshalb ist es wichtig, dass wir alle mit dem kostbaren Nass sparsam und bewusst umgehen.

Kastelruth, April 2022

Trinkwasser Genossenschaft Kastelruth
Der Obmann
Rauch Arnold

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